Vorurteile

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Die Idee des ›gründlichen Deutschen‹ wird offenbar durch fehlende Sprachkompetenz stabilisiert: Im ICE zückte ein zunehmend genervter Ausländer jedes Mal sein Ticket, wenn der Schaffner in den Raum fragte ›Zugestiegene Fahrgäste?‹.

 


Gedanken einer Doktorandin in der Krise

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Immerhin konnte ich lachen, als Mechthild Grossmann auf der Bühne nonchalant feststellte:
›Wissenschaftler haben einen neuen Stern entdeckt. Heller ist es dadurch nicht geworden.‹

 


Idealismus und Wehmut

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Nur wenige Jahre ist es her, seit ich ein Diplom überreicht bekam. Und ich erinnere mich gut daran, schon während des Studiums das Gefühl von Professionalität verspürt zu haben. Immerhin war ich schon berufstätig und hatte zufriedene Kunden. Heute blicke ich mal mit Wehmut, mal altklug auf den Idealismus von Studenten, die Satzfehler in 600-Seiten-Publikationen bemängeln. Leider weiß ich inzwischen, daß nicht immer genug Zeit ist, alles so gut zu machen, wie man es sich als Student zu machen geschworen hat. Gleichzeitig weiß ich heute, daß meine damals gefühlte Professionalität nicht immer so groß war, wie ich in jugendlichem Übermut angenommen hatte.

Umso erfreulicher ist es Studenten zu sehen, die Idealismus und Professionalität auf schönste Art vereinen. So beispielsweise die Studierenden der Folkwang-Universität, die 2x jährlich eigenen Choreographien tanzen bei denen ich mich ertappe erschrocken zu denken: Wie kann man denn in dem Alter schon so klug und lebensweise sein? Oder Musikstudenten, die eine 20er-Jahre-Revue singen – hier schient es gar, als sei es von Vorteil, daß der Idealismus die Berufserfahrung überwiegt: Ganz ungebrochen lieben sie das Singen, ganz gleich wie es um die finanzielle Situation der Opernhäuser steht, fernab von jeder Desillusionierung.

– Oh weh, darf man sich unter 30 schon in seine Jugendzeit zurück sehnen?

 


Vom klüger werden – Goethe aktuell

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›Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen.‹ Goethe, Faust.

Besser kann man es nicht formulieren. Seine geistigen Helden muss man erst töten, will man deren Gedanken lebendig halten – und der schnellste Weg dorthin ist intensiver Gebrauch. Es gilt also nicht, eine bloße Replik der Gedanken zu schaffen, oder ihnen einen Schonbezug aufzuziehen, sondern sie als Instrumente zu benutzen, um zu prüfen, wie lange sie das aushalten. Die guten sind stabil und werden nur durch bessere entkräftet.