Schöne Umschreibung für ›unsportlich-dicklich‹

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“Statur etwas ungriechisch.” Oskar Schlemmer, 1927


Zitat-Ausbeute

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“Was der Mensch an Überblick gewinnt, verliert er an Einsicht.“ Oskar Schlemmer, 1923


Datensammler

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Ein Datensammler? So etwas in Zeiten wie diesen neben meiner Wohnung aufzuhängen löst ein Gefühl der Bedrohung aus, das es zuletzt in DDR-Zeiten gab!

 


Formgebung vs. Entwurf vs. Design

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Schon wieder sind uns die Holländer voraus. Gert Dumbar differenziert die Begriffe ›vormgeving‹ und ›ontwerp‹, die im amerikanischen unter ›design‹ zusammengefasst werden: Ersteres ›is more to make things look nice. So for instance, packaging for a perfume in order to make things fashionable, obsolete and therefore bad for society because we don’t really need it.‹ Wohingegen ›ontwerp‹ meint: ›You as a person try to invent a new thing—which is intelligent, which is clever, and which will have a long-life. And that’s called stylistic durability. It means you can use it for a long time.‹ Zwar behauptet Dumbar, auch in Deutschland gebe es diese Unterscheidung, doch übersieht er, daß wir die Vielfalt unserer Sprache in diesem Punkt haben verkümmern lassen. Die Begriffe ›Formgebung‹ und ›Entwurf‹ sind in Deutschland heute unter ›Design‹ subsummiert. Da hilft selbst der altkluge Kommentar ›Aber Formgebung wurde in den 50ern und 60ern genau für die Tätigkeit verwendet, die Dumbar »ontwerp« nennt‹, nicht. Wir haben uns etwas entgehen lassen, als wir glaubten, das Schlagwort ›Design‹ würde der Profession mehr Anerkennung bringen.

via swissmiss

Bitte beachten Sie: Die in Deutschland übliche Zitierordnung erst doppelte, dann einfache Anführungen‹ wurde bewusst umgekehrt und der britischen Zitierweise angepasst: Erst einfach, dann doppelt. Das ist logischer, spart Platz und sieht besser aus. Wenn ich nur einmal im Leben einen Trend setzen dürfte, dann soll es dieser sein.


Pubertät 2011

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Der Altersdurchschnitt der Band liegt bei 16,5 Jahren und sie machen ›Erdbeer-Rock‹ – eine Kategorie, die sie nicht erklären können, weil sie nicht damit rechneten, je darum gebeten zu werden. Signifié und Signifant schweben beziehungslos im Raum. Die Jungs mit aufgemalten, mandelförmigen Augenbrauen imitieren britisches Englisch und antworten auf Fragen aus anderen Generationen schlicht mit ›wicked‹, woraufhin ihre Generation in Lachen ausbricht. Doch der Text ihrer Lieder ist der altbekannte: Don’t ask me ›How do you do?‹ – How the fuck should I know.

 


Kjöttboller oder Brot&Butter? Manufactum als Selbstbetrug

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Die Produkte von Manufactum brauchen sich nicht zu rechtfertigen, denn ›Es gibt sie noch, die guten Dinge‹. Ihre Existenz spricht für sich, und dennoch werden sämtliche Werbebotschaften, inklusive der Produktbeschreibungen im Katalog, ethisch aufgeladen. Das Wahre verbindet sich mit dem Guten und selbstredend mit dem Schönen. Ohnehin scheint Integrität das Losungswort zu sein: Man verwendet für langlebige Produkte regionale Materialen – besonders diejenigen, die trotz ihrer Hochwertigkeit heute fast vergessen sind. Was sagt das über den Nutzer aus, der sich mit diesen Gegenständen identifiziert? (Denn das muss er. Nur so ist zu erklären, warum betont willig derart hohe Preise gezahlt werden.)

Hier offenbart sich außerdem eine Parallele zur Arts&Crafts-Bewegung, denn auch Manufactum wendet sich gegen die Maschine, wird zum Seelsorger der von der Technik Enttäuschten, die fortan mit Muskelkraft mixen. Und wie die Produkte der englischen Reformbewegung bleiben auch ›Die guten Dinge‹ den Begüterten – oder besser: Zwirnfrottier-Betuchten – vorbehalten. Doch ist vermutlich auch das intendiert, denn die langen Texte im dicken Produktkatalog lassen nicht nur auf Freude an der Bildung, sondern auch an deren Exklusivität schließen. Wer kennt es nicht, das erkennende Nicken von Bio-Supermarkt-Tüten-Trägern? Man ist vereint im Wissen um – nein, wohl eher im Glauben. Im Glauben der Sicherheit. Der Sicherheit, der Mode entkommen zu sein, PC zu sein, alles und für immer richtig gemacht zu haben. Oh, welch schöner Selbstbetrug … moralische Erhabenheit muss man heute teuer bezahlen.

PS: Interessant ist die Tatsache, daß auch Bauhausprodukte – von Marianne Brandts Metallarbeiten bis zu Marcel Breuers Stahlrohrmöbeln – ins Sortiment erhoben wurden. Enttarnt dies mal wieder das Bauhaus? Oder doch nur dessen Rezeptionsgeschichte?

 


The History of English Language in 10 Minutes

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Bitte auch für die Deutsche Sprache produzieren!


Zum Zufall

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Das Wort Zufall unterscheidet sich wesentlich von dessen englischem Gegenstück, dem ›coincidence‹. Letzterer beschreibt sehr schön, wie mindestens zwei Dinge gleichzeitig passieren – was der landläufigen Auslegung des Wortes ›Zufall‹ entspricht. Das deutsche Wort ›Zufall‹ hingegen bezeichnet eigentlich etwas anders, nämlich das zu-fallen von etwas – ich werde von nun an wieder den korrekten Begriff ›Zusammenfall‹ verwenden, der vermutlich nur unzulässig verkürzt wurde. Vielleicht werde ich im gleichen Zuge das Wort ›Talent‹ durch ›Zufall‹ ersetzen.

 

 


Gender und ?

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Wir brauchen dringen ein Pendant zum Wort ›Gender‹. Seit Jahren dürfen Männer sich wie Frauen und umgekehrt und auch alles dazwischen verhalten, und können sich, wann immer es ihnen verwehrt wird, auf die ›Gender‹-Debatte berufen. Sex&Gender sind unabhängig voneinander geworden. Für das gleiche Phänomen auf dem Gebiet des Alters fehlt der entsprechende Begriff. Denn – ebenfalls seit Jahren – verhalten und kleiden Mittvierziger sich wie Endzwanziger und Mittzwanziger sind so bieder wie Enddreißiger. Studenten wohnen in 3-Zimmer-Wohnungen, fahren Golf und buchen Pauschalurlaube auf Mallorca, für die sie lieber einen zusätzlichen Job annehmen, als das zu genießen, was die Generation ab Anfang 40 sentimental als ›Studentenleben‹ erinnert. Gleichzeitig finden letztere es völlig legitim, in der Öffentlichkeit zu knutschen und Frisuren zu tragen, die sie bei ihren Kindern abgeschaut haben – von denen sie sich auch gleich ein paar hippe Kleidungsstücke ausgeborgt haben. Also: Her mit der passenden Bezeichnung für dieses Verhalten, damit wenigstens ein anständiger Diskurs darüber entstehen kann!

 


Sprachreform?

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Habe ich eine erneute Rechtschreib- bzw. Sprachreform verpasst? Plötzlich tönt aus meinem Lieblingsradiosender das Wort ›interlektuell‹ – ein Wort über das mich amüsierte, besonders wenn Menschen sich selbst so bezeichneten. Und nun scheint es auf WDR3, immerhin einem Sender für Bildungsliebende, in den Wortschatz der Moderatoren aufgenommen worden zu sein. Das ist besonders irritierend, wenn im gleichen Satz von Intellekt und Interlektuellen die Rede ist – so bleibt wenigstens zu hoffen, daß es sich lediglich um eine unsaubere Aussprache handelt. Seinen humoristischen Wert hat das Wort nun leider verloren, denn ich bin noch nicht alt genug, um mich gegenüber Wertkonservativen altklug aufführen zu wollen.