Klug …

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… und ernüchternd schrieb Horst Rittel in Die Denkweise von Designern:

›Einschränkungen sind entschiedene, ausgewählte und selbst auferlegte und nicht aufgezwungene, abgeleitete oder logische Notwendigkeiten.‹

Leider seien viele Designer und Auftragegeber geneigt, dieser epistemischen Freiheit durch Imagination eines sogenannten Sachzwangs zu entfliehen. Weil die Mehrheit etwas wolle, müsse man es ihr auch geben. Dies sei aber keineswegs so, man könne auch Alternativen entwickeln, die wahlweise das vorhandene Bedürfnis auch befriedigen, oder es transformieren. Erhöhter Strombedarf rechtfertigt also nicht den Bau von Atomkraftwerken, um ein plumpes Beispiel zu nehmen.

Ich selbst erinnere mich daran, wie verblüfft ein Freund aus der Finanzwelt war, als ich auf die Schwerkraft fluchte. Er erkennt die Schwerkraft als feste Größe an, bei mir hingegen verdichten sich nach jedem zu Boden gefallenen Gegenstand meine Pläne für ein besseres Leben im Weltall. Heute erkenne ich darin stolz mein Designer-Denken.



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