Anmerkungen zu Logans Run

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1. Wann immer man sich einen Science-Fiction-Film anschaut, wird man mit der aktuellen Mode oder Anleihen aus den 60ern konfrontiert. Das ist durchaus hübsch, aber warum gelingt es ausgerechnet der schnelllebigen und einfallsreichen Mode nicht, in die Zukunft zu schauen? Auch die Möbel bleiben dem Zeitgeist verhaftet oder rekurrieren auf die Zeit, in der man noch an die Zukunft glaubte: die 60er. Vielleicht ist es schlicht einfacher und wirkungsvoller sich der Bilder zu bedienen, die zuverlässig die Assoziation ›Zukunft‹ hervorrufen, statt neue Bilder zu schaffen. Mit Blick auf die Technik scheint es einfacher zu sein, über das Aktuelle hinaus zu denken. Die Imagination des Verkehrssystems in Logans Run ist bis heute nicht realisiert worden.

2. Ich finde es sendet eine bedenkliche Botschaft aus, wenn der Hauptdarsteller, als er in der freien Welt angekommen ist, seinen Freund tötet, bloß weil dieser sich um ihn sorgt und ihn in die ›alte‹ Welt zurück holen möchte.

3. In der Figur von Ustinov wird nicht deutlich, was denn nun der Wert des Altwerdens ist (Logan kommt aus einer Welt, in der jeder an seinem 30. Geburtstag umgebracht wird). Beim Zusammentreffen mit diesem alten Mann werden einzig seine faszinierenden Falten bewundert. Und die Frau findet (1976) an der freien Welt einzig die Tatsache toll, dass man dann länger mit dem Partner zusammen sein kann.

 


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